Nachlese zum Forum „Kiesabbau“

Das VWG-Fraktionsmitglied nimmt in einem Brief an die Präsidentin der Bezirksregierung Düsseldorf Anne Lütkes Stellung zu Positionen beim Forum „Kiesabbau“:

Sehr geehrte Frau Regierungspräsidentin Anne Lütkes,
sehr geehrte Damen und Herren,

ich nehme Bezug zum „Forum Kiesabbau“ am 11. Aug. 2011 in Ihrem Hause.

Bei aller Meinungsverschiedenheit der Forumsteilnehmer über den „Kies-Euro“ fällt mir auf, dass es sich hierbei weitestgehend um wirtschaftliche Fragen des Kiesabbaus am Niederrhein gehandelt hatte. Bei dem versammelten “Sachverstand“ sind umstrittene Themen des Kies&Sand-Abbaus im Rahmen der vorbereiteten GEP-Anpassung etwas zu kurz gekommen.

Ökologische und soziale Begleiterscheinungen von Abgrabungen, wie u.a. auch der übermäßige nicht umkehrbare Flächenverbrauch links und rechts  am unteren Niederrhein ist nicht weiter hinnehmbar. Diese klare Haltung ist aus vielen Bekundungen der Niederrheinbewohner nachvollziehbar und erfahrbar.

Wir bestärken daher ausdrücklich Ihre politische Position und die des Ministers Johannes Remmel, wenn ausgeführt wird, dass sehr sorgfältig und nachhaltig mit unseren Ressourcen umzugehen ist. Weiter nur wirtschaftliche Interessen zu unterstützen ist nachhaltig für uns und folgende Generationen nicht weiter duldsam.

Ich erinnere daran, dass ich Sie in der kurzen Diskussionsrunde darum gebeten habe,

·         die Grenzen der Kiesabgrabungen am unteren Niederrhein als erreicht aufzuzeigen.

·         auch wenn in Rheinnähe der beste Kies lagert(?), darf nicht weiter nur aus s. g.  Kostengründen hier –vorrangig am unteren Niederrhein- der Raubbau an der Kulturlandschaft weitergehen.

·         alternative Lagerstätten (stromaufwärts) sind daher auch im Hinterland –auch wegen der Ausgewogenheit der Umweltbelastungen  in NRW – zu erschließen. Die Bedenken einiger Forumsteilnehmer, dass höhere Gewinnungskosten potenzielle Abnehmer verschrecken, kann nicht nachvollzogen werden.

·         ich gebe auch zu bedenken, dass vorrangig nationale Bedürfnisse von Kies&Sand zu bedienen sind. Zu beachten ist dabei, dass der Kies&Sand-Bedarf immer auch eine dauerhafte Reduzierung landwirtschaftlich nutzbarer Fläche einschließt und daher als Ressourcen-Verlust verbucht werden muss.

·         dass Kies&Sand-Abgrabungen nicht weiter nur der Bildung von „nutzlosen“ Wasserflächen dienen dürfe, wenn schon die Gewinnung von Kies&Sand nicht weiter unterbunden werden könne. Wir beziehen uns dabei auch auf unser „Konzept“ des Kanals von Neuss bis Antwerpen, der eine große Kieslagerstätte durchschneiden würde. Damit würden u. a. auch alternative Kies&Sand-Lagerstätten zu erschließen sein und einen günstigen Wassertransportweg ermöglichen.

Wir, die „Freie Bürger-Initiative, Xanten e.V.“, Die Vereinigten Wählergemeinschaften im Kreis Wesel und die Bürgerinitiative von Alpen-Bönninghardt erwarten, dass die angeführten Aspekte bei der Aktualisierung des GEP Berücksichtigung finden sollten.

Wir stehen in der Verantwortung zu unserer Umwelt und den folgenden Generationen. Wir stehen in der Pflicht, unsere Ressourcen zu schützen und nicht, um sie kurzfristig zu verbrauchen.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Autor: Bettina Freitag | Datum: 17. August 2011 | Themen: ,
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